Wem gehören die schwimmenden Meeresriesen?
Wer in einer der Hansestädte, z.B. Hamburg wohnt, dem werden schön öfter die großen Containerriesen aufgefallen, die ständig die Häfen anlaufen, entladen und beladen werden und wieder auslaufen. In den letzten Jahren konnte auch eine Zunahme des Schiffsverkehrs beobachtet werden und vor allem wurden die Schiffe immer größer. Dies ist natürlich vor allem der zunehmenden Globalisierung geschuldet, die Unmengen an Transportkapazitäten verschlingt. Die wirtschaftlichste Transportart für solche Mengen sind Containerschiffe, und sie werden immer größer, nur beschränkt durch den Platz in den Häfen, die sie anlaufen. Doch wem gehören diese riesigen Schiffen. Klar, großen Unternehmen, Reedereien, wie der Maersk-Reederei. Doch binden diese Riesen der Weltmeere ein ungeheures Kapital, das erst einmal finanziert werden muss. Viele Reederein betreiben daher nicht nur eigene Schiffe, sondern chartern (leihen bzw. mieten) weitere Schiffe hinzu. Diese Schiffe gehören oft Privatanlegern, die sich zum Beispiel in Form eines geschlossenen Schiffsfonds zusammengetan haben oder eine andere Art der Schiffsbeteiligung eingangen sind. Geschlossene Schiffsfonds sind Unternehmen, die mit Anlegergeldern ein Schiff oder auch eine Flotte erwerben bzw. bauen lassen und diese dann z. B. an eine Reederei verchartern. Da es sich um unglaublich hohe Finanzierungsvolumen handelt, hat ein Schiffsfonds in der Regel sehr viele Kapitalanleger, die alle einen kleinen Teil beisteuern. Zusätzlich nimmt der Schiffsfonds meist einen Bankkredit als Fremdkapital auf. Die Gewinne aus der Vercharterung der Schiffe werden an die Anleger ausgeschüttet. Die Vercharterung von Schiffen ist derzeit lukrativ, da durch den Boom in der Transportbranche Engpässe auf dem Schiffsmarkt entstanden sind und die zu erzielenden Charterraten sehr hoch sind. Trotzdem müssen Schiffsfonds genau kalkulieren, was die Kosten angeht. Es fängt mit dem Einkaufspreis oder dem Baupreis des Schiffes an und geht mit den laufenden Betriebskosten weiter. Auch der Resterlös für den Verkauf des Schiffes nach 15-20 Jahren wird eingeplant. Viele Faktoren sind schwierig zu schätzen. Daher müssen bei der Kalkulation eines Schiffsfonds Risikopuffer eingebaut werden. Ein gut konzipierter Schiffsfonds kann durchaus ansehnliche Jahresrenditen im zweitstelligen Bereich erbringen. Durch die günstige Tonnagesteuer in Deutschland sind diese Erträge aus Schiffsfonds praktisch beinahe steuerfrei.
Schifffahrt, Schiffsbeteiligungen, Schiffsfonds