Warum sind moderne Fernseher so flach? - Informationen & Tipps



Warum sind moderne Fernseher so flach?

Wie kommt es eigentlich, dass moderne Fernsehbildschirme zwar viel größer, gleichzeitig aber auch viel flacher sind als die traditionellen Geräte? Um das zu verstehen, muss man zunächst einmal wissen, wie denn die Fernseher alter Bauart funktionierten. Ihr Kernstück war die sogenannte Fernsehröhre, eine Weiterentwicklung der Braunschen Röhre. Dabei wurde durch Erhitzen eines Drahts, eine Lochblende und Beschleunigung mittels elektrischer Anziehung ein Elektronenstrahl erzeugt. Wenn dieser auf einen Punkt des Bildschirms traf, brachte er dort einen Leuchtstoff dazu, Licht auszusenden. Das Fernsehbild wurde nun aus hellen und dunklen Punkten zusammengesetzt. (Beim Farbfernseher leuchteten die hellen Punkte in unterschiedlichen Farben.) Um das Bild zusammenzusetzen, musste der Elektronenstrahl aber immer wieder über den gesamten Bildschirm geführt werden, und genau darin lag das Problem: Um die Richtung des Elektronenstrahls zu ändern, so dass er nicht immer auf demselben Punkt des Bildschirms auftraf, wurde er an elektrisch geladenen Platten vorbeigeführt, die die Elektronen anzogen oder abstießen und dadurch ihre Flugbahn nach oben oder unten, nach rechts oder links ablenkten. Da die Elektronen schnell an den Platten vorbeiflogen, war die Richtungsänderung eher gering. Sie musste aber umso stärker sein, je größer der Bildschirm war. Dazu musste entweder die Stärke der elektrischen Ladung auf den Platten vergrößert werden (was den Betrieb teurer und gefährlicher machte) oder der Abstand zwischen Ablenkplatten und Bildschirm vergrößert werden, was eine flache Bauweise unmöglich machte. Die modernen Fernseher auf Basis von Flüssigkristallen (LCD TV) funktionieren ganz ohne Fernsehröhre. Vielmehr erzeugen sie die hellen und dunklen (bzw. farbigen) Bildpunkte dadurch, dass die Lichtdurchlässigkeit von Flüssigkristallen mittels geringer elektrischer Spannungen verändert wird. Man benötigt also lediglich genug Platz für eine Schicht von Flüssigkristallen, eine Leuchtschicht dahinter sowie eine feine elektronische Ansteuerung der einzelnen Bildschirmbereiche. Und da eine Ablenkung von Elektronen von der Bildschirmmitte zum Rand nicht nötig ist, kann der Bildschirm auch noch viel größer sein.

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