Veränderungen im Gesundheitswesen
Niemand denkt vermutlich gerne an Zeiten, in denen Krankheit oder vielleicht ein Unfall die eigene Lebensqualität senken, vielleicht sogar die Karriere beeinträchtigen. Zwar ist das Sozialsystem in der Bundesrepublik mit seiner für alle Bürgerinnen und Bürger verpflichtenden Gesundheitsversicherung fortschrittlich, in den USA beispielsweise gibt es keine flächendeckende Versicherung für alle Bewohner, dennoch zählt die Krankenversicherung zu den ungeliebten monatlichen Belastungen, die das Nettoeinkommen neben Steuern und anderen Sozialversicherungsabgaben deutlich schmälern. Wenn dann im Falle einer ärztlichen Behandlung zusätzliche Kosten für Praxisgebühr, für Medikamentenzuzahlungen oder im Falle eines Krankenhausaufenthaltes als Tagesgeld zu entrichten sind, dann steigt die Bereitschaft, sich mit dem Thema auseinander zu setzen und nach Alternativen zu suchen. Gab es bis 2008 noch die Möglichkeit, durch den Wechsel der Krankenkasse einen günstigeren Beitragssatz zu erhalten, bei gleich bleibenden Leistungen der Versicherungen, so entfällt dieses durch die Gesundheitsreform und des in diesem Zuge eingeführten Gesundheitsfonds, der einen einheitlichen Beitragssatz von 15,5% als Start für alle gesetzlichen Krankenkassen definiert und festlegt. Die oben genannten Zuzahlungen sind dennoch zu entrichten, so dass unter dem Strich die Versicherung für die meisten Versicherten teuerer werden wird. Eine Alternative stellt die Private Krankenversicherung dar, die nicht nach statistischen Mittelwerten die Versicherungsprämie ermittelt, sondern den Versicherten in den Mittelpunkt stellt und dessen persönliches, individuelles Risiko bewertet. Daher muss bei einem Wechsel in eine PKV auch zunächst eine Gesundheitsprüfung erfolgreich durchlaufen werden, bevor die eigene Gesundheit über einen privaten Versicherungsträger abgesichert ist. Zudem stellt der Gesetzgeber Hürden auf, die einen Wechsel nicht für jeden Wechselwilligen möglich machen, sondern nur für bestimmte Berufsgruppen oder Bezieher von einem Einkommen in jährlich neu definierter Höhe. Wer jedoch den Wechsel absolviert und sich privat versichern kann, dem stehen alle Möglichkeiten der gesetzlichen Versicherungen offen und zusätzliche Leistungen der Ärzte und Zahnärzte, die in der GKV nicht oder nur gegen Zuzahlung zu erhalten sind.
Gesundheit, Krankenkasse, PKV, Versicherung