Spezialisierung auf dem Softwaremarkt
Wenn Laien an Software für den Geschäftsbereich denken, kommt ihnen für gewöhnlich Standardsoftware in den Sinn, die nahezu universell einsetzbar scheint. Tatsächlich sind damit die berühmten Softwareschmieden groß geworden – seien es die amerikanischen Produzenten der beiden großen kommerziellen Betriebssysteme für PCs, sei es der führende Hersteller von Datenbanken (ebenfalls ein amerikanisches Unternehmen) oder auch der Entwickler der Unternehmenssoftware schlechthin aus dem deutschen Walldorf. Die Dominanz der Standardsoftware ist so groß, dass selbst viele Firmen gar nicht auf die Idee kommen, etwas anderes zu verwenden. Das führt dazu, dass für viel Geld Programme gekauft werden, die für noch mehr Geld mühsam an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden müssen oder die Erfordernisse der Anwender nur unzureichend erfüllen. Dabei wird auf den Rechnern regelmäßig ein gewaltiger Ballast mitgeschleppt. Denn da diese Programme es allen recht machen sollen, warten sie mit einem Funktionsumfang auf, den kaum ein einzelner Benutzer auch nur annähernd ausschöpft. Das führt zu unnötigem Speicherverbrauch und herabgesetzter Geschwindigkeit bei der Verarbeitung von Daten. Unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit hat sich aber ein ganz anderer Trend etabliert. Immer mehr Anbieter, meist eher kleine Unternehmen, entwickeln Software, die sich gezielt an einzelne Branchen richtet. Diese Spezialisten können dabei in ihrem jeweiligen Segment trotz der Übermacht der Großen schnell zu Marktführern werden. In den USA schnellten beispielsweise in den letzten Jahren die Aktien eines Unternehmens in die Höhe, das eine Software für die Verwaltung von Arztpraxen anbietet. Eine andere Firma spezialisierte sich auf Bildungseinrichtungen – und nahm den Markt der amerikanischen Schulen und Universitäten im Sturm. Aber auch hier verschläft Deutschland nicht ganz die Entwicklung. So bietet zum Beispiel ein einheimisches Softwarehaus die Agentursoftware Entry Project an, die die komplette Projektverwaltung für Werbeagenturen abdeckt. Ob sich nun auf Dauer diese Lösungen durchsetzen werden oder der andere große Trend unserer Zeit, das sogenannte Cloud Computing (also der Rückgang verkaufter Software zugunsten von bezahlten Online-Lösungen): Der Markt wird härter für die Softwaregiganten des zwanzigsten Jahrhunderts.
Agentursoftware, Software, Werbeagenturen