Kein Skandal um Riester - Informationen & Tipps



Kein Skandal um Riester

Vor gut einem Jahr, am Abend des Donnerstag, 10.1.2008, berichtete die WDR-Sendung Monitor über ein bisher kaum bekanntes Problem der Riester Rente. Wer als Geringverdiener im Alter auf eine Grundsicherung angewiesen ist, dem wird die ersparte Riester Rente voll angerechnet. Natürlich entspricht dies immer noch dem Prinzip der Eigenvorsorge, die mit der Riester Rente beabsichtigt ist. Es scheint allerdings eine eklatante Des-Information betrieben zu werden, wenn im Monitor-Test von den Beratern Aussagen wie “Der Staat darf nicht sagen, ich zahle im Alter weniger Sozialhilfe wegen Riester, das kommt auf jeden Fall oben drauf.” dokumentiert werden. Und gerade diese Situation der Altersarmut, die nicht durch Riestern kompensiert wird, könnte in der immer schlechter werdenden Arbeitsmarktlage zukünftig immer mehr Menschen betreffen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes erhielten Ende 2006 zwar “nur” rund 371.000 über 65-jährige Bundesbürger die so genannte Grundsicherung als Sozialhilfeähnliche Leistung im Alter, wenn das Gesamteinkommen eines Rentners monatlich unter 660 Euro liegt. Dies lässt sich aber auf Millionen in Zukunft hochrechnen, die durch das Netz der normalen Rentenversicherungsbiographie fallen und in Altersarmut geraten. Wirtschaftsexperten fordern von den Medien eine Neuorientierung, welche die Menschen besser über die Vorteile der Riester-Förderung informiert. Norbert Blüm kritisierte in einer Diskussionsrunde im Januar 2009, bei Anne Will, die Riester Rente unverhältnismäßig. Solche Kritiken könnten potentielle Riester Rentner abschrecken. Denn gerade die hier möglicherweise verunsicherte Gruppe der Geringverdiener ist die Zielgruppe der Riester Rente, da sie meist keine andere Altersvorsorge abschließt und daher auch mit hohen staatlichen Zulagen von bis zu über 100 Prozent am meisten gefördert wird. Nun befasst sich natürlich auch die private Versicherungswirtschaft mit dem Problem, sie muss ihre Werbestrategie umstellen. Das Argument, mit geringer Eigenbeteiligung die private Altersversorgung in prekärer finanzieller Situation trotzdem durch staatliche Zulagen und Förderungen aufstocken zu können, gilt mehr denn je. So ist es kein Wunder, dass die Riester Rente von immer mehr Menschen ins Anspruch genommen wird.

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