Italienische Ostern
Die Übersetzung des Wortes Ostern ins italienische heißt “Pasqua”. Diese heilige Woche ist in ganz Italien voll mit religiösen Prozessionen, welche vor allem in den mittelalterlichen Städtchen sehr schön anzusehen sind. Die Menschen tragen das Kreuz Jesu schweigend durch die Straßen dieser Städte und Dörfer um an den Leidensweg Jesu zu erinnern.
In der Toskana gibt es zum Beispiel jedes Jahr in der Nähe von Florenz, in Grassina, eine Darstellung der Christuspassion am Karfreitag. Etwa 500 Personen, in antiken, historischen Kleidern, veranstalten einen Umzug durch die Straßen des Ortes bis auf den Kalvarienberg. Dort angekommen, werden Szenen aus der Zeit vor der Geburt Jesus Christus nachgespielt.
In Greve in Chianti spannt man von der Kirche aus über den ganzen Platz ein Drahtseil an welchem eine weiße Plastiktaube befestigt wird, welche dann über den Platz „geschossen“ wird.
Die Bewohner versammeln sich am Platz und bilden ein Spalier um den Taubenflug zu begleiten und zu applaudieren, sollte es die Taube schaffen, hin- und zurück zu fliegen.
In Assisi, Umbrien, wird am Gründonnerstag das Kreuz Jesu in der Kathedrale von San Rufino aufgestellt, eine Tradition, welche bis ins 13. Jahrhundert zurückgeht. Am Karfreitag wird am Vormittag das Kreuz in einer Prozession von der Kathedrale in die Basilika des Hl. Franziskus gebracht, und am Abend, mit einem langen Fackelzug wird auch die Statue der Hl. Madonna von der Kathedrale in die Basilika gebracht.
Auch in Todi, in der Nähe von Perugia, einer kleinen mittelalterlichen Stadt, wird das Martyrium Jesu Christus auf dem Kreuzweg dargestellt.
Fast in allen Städtchen wird die Statue Christus und der Madonna durch den Ort getragen mit einer feierlichen Prozession und Fackelumzügen, sehr sinnlich und religiös, um an den Tod Christi und an seine Auferstehung zu erinnern.
Die Hauptstadt Italiens, Rom, mit dem Titel „Zu Ostern wird Rom Dich überraschen – wenn die Kunst zum Schauspiel wird“ erneuert im wahrsten Sinne des Wortes die traditionellen Osterbräuche und kulturellen Besuche und bietet ein sehr umfassendes Programm mit 60 Programmpunkten in 19 verschiedenen Plätzen der Ewigen Stadt.
Das Programm zieht sich über fünf Tage hin und besteht aus vielen Konzerten, Theaterveranstaltungen, Tänzen und Picknicks.
Sehr viele Museen nehmen an diesen Programmen Teil und bieten entweder freien Eintritt oder zumindest zu sehr reduzierten Preisen.
Sollte man allerdings nicht allzu sehr an Kultur und Osterbräuchen interessiert sein, sondern diese Woche nutzen wollen um sich zu entspannen und sich verwöhnen zu lassen, so gibt es sehr viele Thermenregionen, wie zum Beispiel den Veneto in Abano Terme oder Montegrotto Terme, wo man sich völlig regenerieren kann.
Natürlich gibt es viele Thermalorte auch außerhalb des Veneto wie zum Beispiel im Latium Viterbo und Tivoli Terme.
Auf alle Fälle gibt es für jeden Geschmack das Richtige, wer seine Osterferien in Italien verbringen möchte.
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