Automatikuhren - am Puls der Zeit
Einen besonderen Stellenwert unter den Uhren nimmt die in der Handhabung sehr einfache und doch exklusive Automatikuhr (Automatic oder auch Selbstaufzugsuhr) ein.
Die Designs sind vielfältig: von der filigranen, stylischen Damenuhr über die sportlich - elegante Herrenuhr bis hin zu hochtechnischen Chronographen ist die Auswahl immens.
Unter einer Automatikuhr versteht man vereinfacht eine mechanische Armbanduhr, deren Feder rein durch die normale Armbewegung seines Trägers mittels eines Rotors schrittweise aufgezogen wird.
Dieser Rotor ist meist kugelgelagert und bleibt bei Bewegungen des Uhrgehäuses aufgrund der Massenträgheit und der Schwerkraft im Raum stehen. Dadurch wird ein Drehmoment auf den Aufziehmechanismus ausgeübt und die Feder bidirektional (in beide Drehrichtungen) aufgezogen - sie benötigt somit keine Batterien und muss auch nicht manuell betätigt werden. Dieses Prinzip funktioniert sogar in der Schwerelosigkeit.
Viele Automatikuhren verfügen über eine sogenannte “offene Unruh”, das heißt, der Rotor ist durch das Ziffernblatt offen sichtbar und es stellt sich ein toller Effekt dar.
Eine Rutschkupplung, Bridge genannt, verhindert ein Überdrehen der bereits aufgezogenen Zugfeder.
Natürlich läuft die Uhr auch nach der letzten Bewegung weiter, beispielsweise beim nächtlichen Ablegen. Diese je nach Werk unterschiedlich lange Zeitspanne (zwischen 35 und 60 Stunden, bei mehrerern eingebauten Federhäusern auch bis zu 10 Tage) nennt sich Gangreserve oder auch Gangautonomie.
Die ersten Taschenuhren mit Automatik gab es bereits um 1770, geschaffen vom Schweizer Uhrmacher Abraham Louis Perrelet ; im Jahr 1920 wurden dann die ersten Automatikuhren als Armbanduhr geschaffen (durch die französische Firma Leroy), damals noch angetrieben durch die Pendelschwungmasse. Die Automatikuhren im heutigen Sinn mit Rotorprinzip wurden 1931 von Rolex mit der legendären “Rolex Oyster Perpetual “kreiert.
In Deutschland gab es Anfang der 50er Jahre die ersten Automatikuhren von Junghans, Durowe und Bifora-Uhren.
Mittlerweile gibt es weltweit auch 2 Betriebe, die Autoquarz-Uhrwerke herstellen: Das japanische Seiko Kinetic und das Schweizer ETA Autoquartz. Bei dieser hochmodernen Technologie bezieht ein herkömmliches Quarzuhrwerk mit seinem Vorteil der hohen Ganggenauigkeit seine Energie umgewandelt über den mechanischen Aufzugsrotor. Die geniale Technik der Automatikuhren, hohe handwerkliche Kunst, extravagantes Design und eine hohe Präzision werden somit auf optimale Weise miteinander verbunden. Bei den Autoquarzwerken von ETA lässt sich das Federhaus auch per Hand über die Krone aufziehen.
Ein Problem bei Armbanduhren, die nicht regelmäßig getragen und somit bewegt werden (zum Beispiel bei Sammler- oder Ausstellungsstücken) ist, dass diese dann stehen bleiben. Das Öl in der Uhr verdickt sich, die Schmierschicht reißt ab. Auf Dauer schadet das der Langlebigkeit und Genauigkeit der Uhr, und eine Revision kann teuer kommen. Als Mittel dagegen sind elektrische Uhrenbeweger im Fachhandel erhältlich.
Diese Uhrenbeweger haben die Aufgabe, eine nicht getragene Automatikuhr zu bewegen und somit ein Stehenbleiben mit den oben genannten Komplikationen zu verhindern. Eine spezielle Halterung, auf der die Uhr befestigt wird, dreht sich über einem Elektromotor langsam und ständig um die eigene Achse. Der Uhrenbeweger verfügt zumeist über verschiedene Aufzugprogramme, mit denen die Bewegung nach der eigenen Uhr eingestellt werden kann. Man klassifiziert hier nach der Anzahl der Umdrehungen pro Tag (englisch: TPD für turns per day; deutsch: UPT für Umdrehungen pro Tag). Die meisten Automatikuhren im Handel benötigen 650 - 900 UPT.
Automatikuhr, Uhr, Uhren